Neue Satellitenbilder zeigen Schäden an saudischen Ölraffinerien nach den jüngsten Angriffen der Huthi-Miliz. Die Bilder verdeutlichen erneut, dass der Konflikt am Golf weit über den Jemen hinausreicht und Teil eines größeren regionalen Machtkampfes zwischen Iran, den arabischen Golfstaaten, den USA und Israel ist.

Der Krieg zwischen Saudi-Arabien und den Huthi begann 2015, als eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition in den jemenitischen Bürgerkrieg eingriff. Die Huthi-Bewegung, die große Teile des Jemen kontrolliert, wird seit Jahren vom Iran politisch, finanziell und militärisch unterstützt. Für Teheran sind die Huthi ein wichtiger Bestandteil seines regionalen Einflussnetzwerks, zu dem auch die Hisbollah im Libanon, die Hamas in Gaza und verschiedene schiitische Milizen im Irak und Syrien gehören.

Der Konflikt ist dabei auch Ausdruck der jahrzehntelangen Rivalität zwischen Iran und Saudi-Arabien. Während Saudi-Arabien traditionell enge Beziehungen zu den USA pflegt und sich zunehmend strategisch Israel angenähert hat, betrachtet die iranische Führung diese Staaten als Teil einer gegen Iran gerichteten Allianz. Angriffe auf saudisches Territorium dienen daher nicht nur dem Kampf gegen Riad, sondern auch als Botschaft an Washington und Jerusalem.

Seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 haben die Huthi ihre Aktivitäten deutlich ausgeweitet. Sie greifen Israel mit Drohnen und Raketen an und attackieren Schiffe im Roten Meer. Die Huthi begründen diese Aktionen mit ihrer Unterstützung für die Palästinenser – gleichzeitig sind sie Teil der iranischen Strategie, den Druck auf Israel und dessen Verbündete auf mehreren Fronten zu erhöhen.

Auch andere Staaten der Region geraten dadurch unter Druck. Länder wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate oder Bahrain stehen zwischen ihren eigenen Sicherheitsinteressen, ihren Beziehungen zu den USA und der wachsenden Bedrohung durch iranisch unterstützte Milizen.

Die jüngsten Angriffe auf saudische Energieanlagen zeigen erneut: Der Konflikt im Nahen Osten besteht nicht aus einzelnen Krisen, sondern aus einem komplexen Netzwerk von Machtkämpfen. Iran nutzt regionale Partnergruppen, um seinen Einfluss auszubauen und Gegner unter Druck zu setzen – während die Golfstaaten und Israel versuchen, ihre Sicherheit in einer zunehmend instabilen Region zu gewährleisten.