Waze – die israelische Idee, die uns durch den Verkehr bringt
„In 500 Metern rechts abbiegen.“
„Achtung, Stau voraus.“
„Unfall gemeldet.“
Für Millionen Autofahrer gehört eine Stimme aus dem Smartphone inzwischen ganz selbstverständlich zum Straßenverkehr. Eine der bekanntesten Navigations-Apps weltweit ist Waze. Was viele Nutzer allerdings nicht wissen: Waze ist eine israelische Erfindung.
Die Geschichte beginnt in Israel – und mit einem Problem, das vermutlich jeder Autofahrer kennt: Wie findet man möglichst schnell den besten Weg durch den Verkehr?
Von einem israelischen Start-up zur globalen Navigations-App
Waze entstand aus einem israelischen Kartenprojekt und wurde 2009 als App gestartet. Entwickelt wurde Waze von den drei Israelis Ehud Shabtai, Amir Shinar und Uri Levine. Das Besondere war von Anfang an das Prinzip des Crowdsourcing: Nicht nur ein zentraler Anbieter liefert die Informationen, sondern die Nutzer selbst helfen dabei, die Karte und die Verkehrslage ständig zu aktualisieren.
Das macht Waze bis heute besonders. Wenn ein Fahrer einen Unfall, eine Baustelle, eine gesperrte Straße oder einen Stau meldet, können andere Nutzer diese Information unmittelbar erhalten. Gleichzeitig verarbeitet Waze die anonymisierten bzw. aggregierten Bewegungsdaten der Nutzer, um beispielsweise Geschwindigkeiten zu ermitteln und Routen neu zu berechnen. Die Idee dahinter ist verblüffend einfach: Fahrer helfen Fahrern. Je mehr Menschen Waze benutzen, desto mehr Informationen stehen zur Verfügung – und desto genauer kann die Navigation werden.
Eine israelische Erfindung, die Google überzeugte
Das Konzept war so erfolgreich, dass der US-Technologiekonzern Google 2013 Waze übernahm. Google erklärte damals ausdrücklich, dass das Waze-Produktentwicklungsteam in Israel bleiben und die App zunächst weiterhin eigenständig betrieben werden sollte. Besonders interessant für Google waren die Echtzeit-Verkehrsdaten und die aktive Waze-Community. Waze war damit endgültig zu einem globalen Technologieprodukt geworden – entwickelt in Israel und von dort aus in die Welt getragen.
Und die Geschichte geht weiter: Auch 2026 gibt es eine aktive Waze-Community in Israel. Beim israelischen Community-Treffen Anfang 2026 kamen beispielsweise rund 90 Karteneditoren und Mitarbeiter am Waze-Hauptsitz zusammen.
Was Waze so genial macht
Das eigentlich Geniale an Waze ist weniger die klassische Navigation als die Verbindung von Technologie und menschlicher Zusammenarbeit. Eine normale Straßenkarte kann zeigen, wo eine Straße verläuft. Sie kann aber nicht wissen, dass vor 5 Minuten dort ein Unfall passiert ist. Waze versucht genau diese Lücke zu schließen. Die Nutzer liefern fortlaufend Informationen, die Software verarbeitet sie, Algorithmen vergleichen die Verkehrslage und die Navigation kann darauf reagieren. Waze bezeichnet deshalb seine Karten selbst sinngemäß als Karten, die ständig neu gezeichnet werden.
Heute gibt Waze nach eigenen Angaben rund 180 Millionen aktive Nutzer pro Monat an.
Israel steckt manchmal dort drin, wo man es nicht erwartet
Das ist der vielleicht spannendste Aspekt unserer Reihe „Genial – Made in Israel“: Israelische Innovation ist nicht immer mit einer israelischen Flagge versehen. Manchmal steckt sie in einem medizinischen Gerät. Manchmal in einer Cybersecurity-Lösung. Manchmal in einer Technologie, die Wasser spart. Und manchmal sitzt sie einfach auf dem Armaturenbrett unseres Autos und sagt uns, wann wir abbiegen sollen.
Wer also das nächste Mal Waze einschaltet, kann daran denken: Die Idee, die uns gerade durch den Stau lotst, hat ihre Wurzeln in Israel.
Genial.
Made in Israel.