Nach Automarken, Fastfoodketten, Kleidermarken, Intel-Prozessoren, Microsoft, Facebook, Medikamenten, medizinischen Produkten, Ambulanzen, Navigationssystemen, Obst, Gemüse und allem, was zufällig in Israel entwickelt, produziert oder in Kooperation hergestellt wurde, ist nun offenbar auch der freundliche Netzschwinger aus der Nachbarschaft an der Reihe.

Der Vorwurf?

Eine angeblich „pro-israelische“ Produktion.

Für alle, die Spider-Man noch nicht kennen: Er ist New Yorker, bekämpft Terror, schützt Zivilisten, rettet Kinder, verhindert Anschläge, stellt sich Verbrechern entgegen und lebt nach dem Grundsatz: „Aus großer Macht folgt große Verantwortung.“ Offenbar alles Eigenschaften, die man boykottieren muss.

Und woher kommt nun die angebliche „pro-israelische“ Verbindung?

Spider-Man gehört zum Marvel-Universum. Marvel wiederum ist Teil von Disney. Zahlreiche Marvel-Filme wurden mit israelischer Technologie produziert – von Spezialeffekten über Prozessoren bis hin zu Kameratechnik und Software. Dazu kommt, dass mehrere Schauspieler und Filmschaffende sich nach dem 7. Oktober öffentlich gegen den Terror der Hamas und für die Freilassung der Geiseln ausgesprochen haben. Für manche Aktivisten genügt das bereits, um ein ganzes Franchise auf die Boykottliste zu setzen.

Konsequent zu Ende gedacht wird es allerdings schwierig

Kein Spider-Man. Kein Iron Man. Kein Captain America. Wahrscheinlich bald auch keine Avengers mehr. Wer weiß – vielleicht schwingt sich Peter Parker demnächst nicht mehr durch Manhattan, sondern direkt auf die Liste der „unerwünschten Superhelden“.

Dabei ist Spider-Man eine fiktive Figur, die seit Jahrzehnten für Mut, Zivilcourage, Mitgefühl und den Schutz Unschuldiger steht. Eigenschaften, die eigentlich universell sein sollten.

Vielleicht ist genau das das eigentliche Problem: Ein Held, der Menschen rettet, statt sie erst nach Herkunft oder Nationalität zu beurteilen, passt nicht mehr in die Narrative von vielen Aktivisten.