Das wird ein ziemlich kompliziertes Multiversum.
Wenn die Bedingung lautet, dass kein Mensch mit irgendeinem Israel-Bezug an einem Marvel- oder DC-Projekt beteiligt sein darf, dann wird die Auswahl sehr schnell dünn.
Marvel hat nicht nur Produzenten wie den israelisch-amerikanischen Filmemacher Avi Arad, sondern auch eine lange jüdische Entstehungsgeschichte durch Kreative wie Stan Lee und Jack Kirby. Dazu kommen israelische Schauspieler, Künstler, Ingenieure und Technologieunternehmen, die in verschiedenen Bereichen der internationalen Filmindustrie eine Rolle spielen, und daher hinter den Kulissen stehen.
Und es geht nicht nur um Namen im Abspann.
Moderne Hollywood-Filme basieren auf globaler Technologie – von Software und Bildverarbeitung über KI-Anwendungen bis hin zu Hochleistungsprozessoren, an deren Entwicklung auch israelische Firmen und Ingenieure aktiv beteiligt sind. Die Vorstellung, man könne einen Marvel-Film auf eine „Israel-freie“ Beteiligung überprüfen, ist ungefähr so realistisch wie die Suche nach einem Marvel-Helden ohne Superpower.
Und dann kommen die Requisiten.
Tony Stark (Iron Man) fährt u. a. Audi R8, Audi e-tron GT und andere Audi-Modelle. BMW-Fahrzeuge erscheinen unter anderem in „Black Widow“, Lexus wird in „Black Panther“ gefahren. Und auf den Szenenstrassen sieht man Mercedes, Porsche, Volkswagen … alles Marken, die auf der BDS-Liste stehen.
Moderne Fahrzeuge enthalten auch Technologie aus vielen Ländern, darunter auch israelische Entwicklungen in Bereichen wie Sensorik, KI, Cybersicherheit und Fahrerassistenzsystemen. Eine „politisch komplett Israel-reine“ Lieferkette wäre bei einem Blockbuster praktisch nicht realistisch.
Vielleicht ist es am Ende einfacher, einen Film danach zu beurteilen, ob er gut gemacht ist – und nicht danach, welche Nationalität oder welche politischen Ansichten einzelne Menschen hinter den Kulissen haben.