Am historischen Terminal des Flughafens Entebbe in Uganda erinnert seit kurzem eine Statue an Oberstleutnant Jonathan „Yoni“ Netanyahu. Genau an diesem Ort fiel der israelische Kommandeur vor 50 Jahren während einer der spektakulärsten Geiselbefreiungsaktionen der modernen Geschichte. Mit der Enthüllung würdigt Uganda einen israelischen Soldaten, dessen Name weltweit mit Mut, Verantwortung und dem Kampf gegen Terrorismus verbunden ist.

Die Operation „Entebbe“ begann am 27. Juni 1976, als ein Flugzeug der französischen Fluggesellschaft Air France auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris von Terroristen entführt wurde. Die Entführer – Mitglieder der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) und deutsche Terroristen der „Revolutionären Zellen“ – zwangen die Maschine zunächst nach Bengasi und anschließend nach Entebbe in Uganda. Dort wurden die mehr als 100 jüdischen und israelischen Geiseln von den Entführern getrennt. Die ugandische Armee unter Diktator Idi Amin unterstützte die Terroristen und bewachte das Terminal.

Für Israel entstand eine dramatische Situation: Die Regierung musste zwischen Verhandlungen und einer militärischen Rettungsaktion abwägen. Nach intensiven Planungen startete in der Nacht zum 4. Juli 1976 eine israelische Spezialeinheit mit vier Transportflugzeugen zu einem rund 4.000 Kilometer entfernten Einsatz. Die Soldaten täuschten bei der Landung die ugandischen Wachen und drangen in das Terminal ein.

Die Einheit, die den Einsatz durchführte, wurde von Yoni Netanyahu, dem Kommandeur der Eliteeinheit Sayeret Matkal, angeführt. Innerhalb weniger Minuten gelang es den Soldaten, die Geiseln zu befreien. Fast alle Gefangenen konnten gerettet werden. Drei Geiseln kamen ums Leben, ebenso wie Yoni Netanyahu, der durch Schüsse ugandischer Soldaten während des Rückzugs getötet wurde. Auch mehrere ugandische Soldaten und Terroristen starben bei der Operation.

Yoni Netanyahu wurde nur 30 Jahre alt. Sein Tod machte ihn in Israel zu einer Symbolfigur. Briefe und Tagebücher, die nach seinem Tod veröffentlicht wurden, zeichneten das Bild eines Offiziers, der nicht nur militärische Fähigkeiten, sondern auch ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl gegenüber seinen Soldaten besaß.

Die Enthüllung der Statue in Entebbe hat eine besondere Bedeutung: Sie findet an jenem Ort statt, an dem die Geschichte vor fünf Jahrzehnten geschrieben wurde. Das Denkmal steht nicht nur für die Erinnerung an einen gefallenen israelischen Soldaten, sondern auch für die Verbindung zwischen Uganda und Israel. Nach Jahren politischer Spannungen haben sich die Beziehungen beider Länder in den vergangenen Jahrzehnten wieder intensiviert.

Für viele Israelis und Juden weltweit bleibt Entebbe ein Symbol dafür, dass der Staat Israel die Verantwortung für den Schutz jüdischen Lebens übernimmt. Die Rettungsaktion wurde zu einem Beispiel für internationale Terrorismusbekämpfung und beeinflusste spätere Spezialeinsätze weltweit.

Die Statue von Yoni Netanyahu am alten Terminal von Entebbe erinnert nun dauerhaft an diesen Moment der Geschichte – an eine Operation, die vor allem eines zeigen sollte: Geiseln dürfen nicht vergessen und jüdisches Leben darf nicht schutzlos ausgeliefert werden.