Mach weiter!

Ein jüdischer Junge in Deutschland teilt auf Instagram seine jüdischen Traditionen. Er erzählt von seinem Glauben, seiner Geschichte, seinem Leben.

Eines seiner Videos über Tisha B’Av, den jüdischen Trauertag zur Erinnerung an die Zerstörung der Tempel in Jerusalem, wurde mehr als 44.200-mal angesehen.

Und was folgt in den Kommentaren?

Zunächst das inzwischen fast schon erwartbare „Free Palestine“ – verbunden mit der absurden Forderung, ein jüdisches Kind in Deutschland müsse einen angeblichen „Genozid“ in Gaza verurteilen.

Dann kommen die alten antisemitischen Verschwörungsmythen: Juden, Geld, Macht – nett untermalt mit klassischen antisemitischen Karikaturen. Juden hätten angeblich sogar den 11. September verursacht. Und auch Hitler darf natürlich nicht fehlen.

Und schließlich eskaliert der Hass völlig: Juden werden als Kinder- und Babymörder, Teufelsanbeter und Kriegstreiber beschimpft.

Und aus Worten werden Morddrohungen.

Gegen ein Kind.

Das ist blanker Antisemitismus.

Ein jüdisches Kind kann in Deutschland nicht einmal von seiner Religion und seinen Traditionen erzählen, ohne dass Menschen glauben, sie hätten das Recht, es dafür zur Zielscheibe ihres Hasses zu machen.

Und ihm und seiner Familie den Tod zu wünschen.

Daniel: Du musst dich nicht für dein Judentum rechtfertigen. Nicht für Israel. Nicht für deine Traditionen. Und schon gar nicht für die Verbrechen, die dir wildfremde Menschen zuschreiben.

Wir sehen dich.

Wir stehen hinter dir.

Und wir lassen nicht zu, dass Antisemiten bestimmen, ob jüdische Kinder in Deutschland offen und selbstbewusst jüdisch sein dürfen.

Daniel, lass dich nicht einschüchtern.

Mach weiter.

Zu Demonstrations- und Bildungszwecken haben wir den Kommentarbereich des Instagramvideos gescreent. Der Instagrammaccount ist öffentlich, auf der ganzen Welt einsehbar und alle Kommentierende wissen das. Da das Gesamtvideo zu groß ist, haben wir es in 4 Teile aufgeteilt.